Freitag, 8. Oktober 2021

Die letzten Monate von meinem Königsweg

Im Sommer 2020 war die Vorstellung, dass mein Leben so bleiben würde, wie es damals war, einfach nur schrecklich! Alles war gut, aber ich fühlte mich nicht lebendig und das schon seit Jahren! 

Schon oft habe ich mir überlegt, was sich denn die letzten 1.5 Jahre ganz konkret verändert hat in mir und meinem Leben. Hier mein erster Versuch, das in Worte zu fassen:


Ich anerkenne, dass es so ist! Dass ich mich nicht lebendig fühle, dass das nicht ein Leben ist, wie ich es mir vorstelle! Ich gestehe mir ein, dass es so ist!


Ich mach mich auf den Weg. Bewusst, aktiv, selbstbestimmt, hoffnungsvoll.  Ich buche verschiedene Coachings, lese viel, gehe an Retreats, tausche mich aus, lerne viele Menschen kennen, die auf ähnlichen Wegen sind wie ich und erkenne doch meine Einzigartigkeit.


Was habe ich wertvolles in meinen Leben? Dankbarkeit!


Was ist denn genau? Wie lebe ich, was denke ich, was fühle ich, was ist tatsächlich und was ist nur in meinen Gedanken! 

Was will ich denn denken?

Ich bin nicht meine Gedanken! Ich kann mich dafür entscheiden, anders zu denken und beginne, neue Gedanken, die sich für mich gut anfühlen zu trainieren! 60 Tage braucht das Hirn, um sich an einen neuen Gedanken zu gewöhnen und ihn zu „glauben“. Das braucht Übung und Zeit!


Was will ich denn? Was will ich wirklich? 

Hohe Ziele überlegen, einfach mal drauflos wünschen! Alles als Möglichkeit denken! Auch wenn ich immer noch denke, dass das nichts für mich ist, dass ich so hohe Ziele nie erreichen kann. Ich spiele trotzdem mit diesen Gedanken der scheinbar unmöglichen und unerreichbaren Ziele!


Ich lerne meine Gefühle viel genauer kennen! Ich lass mich reinfallen, fühle sie, nehme sie an. Ich wehre mich nicht mehr dagegen. Weiss, dass sie aus einem Grund hier sind und mir etwas mitteilen wollen. Ich versuche sie nicht mehr wegzudrücken, sehe sie nicht mehr als Feinde sondern als Freunde!

Als erstes die mir alt bekannte Trauer und dann auch die Wut. Die Eifersucht, die Liebe und das Glück sind mir noch nicht nah genug, um sie zu erkennen.


Meine Trauer will mir zeigen, dass ich nicht bei mir bin!
Dass ich im Aussen herum studiere! Vor 1.5 Jahren waren das in erster Linie meine Kinder! Was muss ich tun, damit es ihnen besser geht? Diese Frage hat mich die 12 Jahre davor gefangen gehalten und mich so weit weg von mir selber gebracht!


Der erste grosse Durchbruch:
„Ich kann die Verantwortung für das Glück meiner Kinder nicht übernehmen!“

„Ich erlaube mir, als Mutter alles falsch zu machen und trotzdem glückliche Kinder zu haben!“


Das war für mich schwer zu verstehen und es hat lange gedauert, bis ich das für mich so umsetzen konnte, dass ich es so fühlen konnte, dass es mir Leichtigkeit zurückgeben konnte. 

Ich bleibe mit meinem Fokus bei mir, auch wenn es um meine Kinder geht! Wenn es ihnen scheinbar schlecht geht, schaue ich, dass es mir dabei gut geht! Ich sage ihnen klar, dass ich für sie da bin und dass sie mir sagen können, was sie von mir brauchen. Ich gebe ihnen Trost, Hilfe, Unterstützung, aber nur, wenn sie das auch wünschen. Wenn ich ihnen meine Hilfe aufzwänge, werde ich danach ihre Dankbarkeit erwarten und wenn die nicht kommt, werde ich traurig, enttäuscht oder wütend sein. 

Das einzige, was ich ihnen immer gebe, ist meine bedingungslose Liebe. Und die kann nur bedingungslos sein, wenn ich sie nicht an andere Sachen binde, in Regeln zu packen versuche, an Bedingungen knüpfe.


Es geht für mich bei den Glaubenssätzen nicht darum, einen neuen, möglicherweise sogar von Aussen angebotenen Satz mir „einfach“ anzutrainieren und dann ist alles gut! Neue „Ideen“ darf ich in mein System aufnehmen und da überprüfen. Hat das für mein Leben gerade Wichtigkeit? Bringt mir das Leichtigkeit in mein jetziges Leben? Kann ich meine Schwere loslassen, indem ich dieses neuen Satz denke? Erst wenn dem so ist, kann ich mich darauf verlassen, dass dieser neue Satz für den Moment gut ist für ich und dass er mir ein Wegweiser sein darf! 


Die Fragen „Wie verhalte ich mich, weil ich so denke? Wie beeinflusst dieser Gedanke mein Handeln? Was tue ich konkret, weil ich so denke?“ ist für mich der Schlüssel, um beim Glaubenssätze drehen wirklich ins Lebendige zu kommen! Erst wenn ich dadurch mein Handeln ändern kann, hat mir persönlich der neue Satz etwas gebracht. Oder wenn sich mein Handeln durch mein neues Denken nicht mehr schwer anfühlt.


Ich wechsle die Frage „Warum ist das in meinem Leben so?“ zu „Wie kann ich es anders machen, dass es für mich gut ist?“ Wenn ich mit dieser Frage weitergehe, werde ich herausfinden, welches Handeln mir gut tut und ich habe die Möglichkeit das dann auch wirklich zu tun!


„Ich darf meinen Gefühlen vertrauen!“ 

Wenn sich etwas für mich gut anfühlt, ist es auch richtig für mich und ich handle danach! Mindestens in diesem Moment. Es wird nie etwas geben, was einfach ohne weitere Überprüfung für immer und ewig gut ist für mich! Weder Menschen, noch Aktivitäten, noch Nahrungsmittel, Kleidung, und schon gar nicht Überzeugungen, Meinungen, Grundsätze. 

Aber es gibt immer etwas, was in diesem Moment gut ist für mich! Und meine Gefühle können mir sagen, ob das so ist!


Meine Wut zeigt mir, dass das Thema der Verantwortung gerade nicht geklärt ist. Entweder übernehme ich Verantwortung von jemand anderem, oder ich gebe gerade meine Verantwortung ab. Das kann sich zeitweise stimmig anfühlen, in erster Linie, wenn es klar definiert ist. Aber oft wird das zu einen Ungleichgewicht. Ich habe zu viel oder zu wenig Verantwortung für mich oder für den anderen. Und meine Wut hilft mir, genug Kraft mobilisieren zu können, um das zu ändern. 


Kinder zeigen sehr deutlich, dass sie nicht einverstanden sind, wenn man ihnen zu wenig Verantwortung zuspricht. 

Sobald meine Kinder mit mir über ein bestimmtes Thema zu streiten beginnen, kann ich sicher sein, dass sie bereit sind, da Verantwortung zu übernehmen. Ich helfe ihnen, diese zu nutzen zu lernen und ihnen so zu ermöglichen, in ihre Selbstverantwortung zu wachsen. Ich helfe ihnen, indem ich ihnen diese Verantwortung zutraust und eingestehst. 


„Die Gefühle die ich bei meinen Mitmenschen wahrnehme, haben nicht zwingend mit den Gefühlen, die sie für mich empfinden, zu tun!“ Sie können auf etwas wütend sein, was ich ausgelöst habe, aber das heisst nicht, dass sie mich deshalb grundsätzlich nicht gern haben! Ich darf mich für etwas entscheiden, was andere wütend machen kann und muss deshalb nicht an ihrer Liebe zweifeln.


Glaubenssätze erkennen und sie durchleuchten!

Was denke ich in diesem Moment gerade? Was fühle ich dabei?

Fühle ich mich weit und frei? Oder eng und angepasst? Ich entscheide mich, nach den Gedanken zu handeln, die sich frei anfühlen!


Ich gehe immer in Richtung Freiheit und Weite!

Wähle IMMER den Moment so zu verändern, dass ich mich lebendig fühlen kann! Ich wähle zu leben! Ich wähle, mir gut zu schauen, liebevoll mit mir zu sein, in JEDEM MOMENT! 

Ich finde heraus, was mir gut tut!

Welches Essen mir gut tut, welche Art von Bewegung mir gut tut, welche Musik mir gut tut, wer mir gut tut, was mir gut tut!

Das „verflixte“ dabei ist, dass das immer wieder wechseln kann!

Was mir jetzt gerade gut tut, muss mir nicht zwingend morgen auch noch gut tun!

Das ist die Erklärung für mich dafür, dass ich mich mir in jedem Moment absolut hingeben und zuwenden muss! In jedem Moment darf ich meine ganze Aufmerksamkeit auf mich selber richten und in mich hinein fühlen, was JETZT GERADE gut ist für mich! Ich kann meinen Gefühlen absolut vertrauen und sie als Wegweiser benutzen. Sie zeigen und sagen mir, ob ich noch bei mir bin oder nicht.


Meine Eifersucht zeigt mir, was ich mir für mich wünsche!! Was darf ich mir noch erlauben, was halt ich für mich selber nicht als möglich und muss es deshalb im Aussen ablehnen, anstatt es in meine Innen zu integrieren? Das was ich bei anderen beneide, wünsche ich mir für mich!


Es geht nicht darum, dass ich mich kennenlerne und dann für den Rest meines Leben weiss, was ich wann brauche. Es geht darum, dass ich lerne, bei mir zu sein, mir zuzuhören und mich selber ernst zu nehmen. In jedem Moment in dem ich mich nicht wohl fühle. Da kann ich in mir drin die Antwort finden, was mir jetzt gerade helfen kann, um mich wieder zu finden. 


In jedem Moment meines Leben habe ich alles in der Hand! Ich habe immer wieder jede Möglichkeit, die es gibt, um mein Leben so zu leben, wie es für mich gut ist!

Alles ist für mich möglich! Alles und zu jeder Zeit!


Ich erlaube mir, immer wieder neu zu sein! ich erlaube mir, nicht zu verstauben, nicht starr zu werden, mich nicht an eine Muster zu gewöhnen und mich da einzulullen, mich da zu vergessen zu fragen, ob es das ist, was ich will! Ich erlaube mir, mich da nicht mehr zu verlieren! 




Wir Menschen stellen uns selber Regeln auf, die uns Sicherheit geben sollen. Wir versuchen, uns Leitplanken aufzubauen, an denen wir uns orientieren können, die uns zeigen sollen, wo wir langgehen können. Das Problem dabei ist, dass wir durch diese Begrenzungen nicht mehr darüber hinweg sehen können und uns so Möglichkeiten verunmöglichen, die uns gut tun würden und nötig wären, um uns glücklich und lebendig zu fühlen. 

Was, wenn ich mir so sehr zu vertrauen beginne, dass ich keine Regeln mehr brauche, weil ich weiss, dass ich meine Weg zu jeder Zeit finden oder wiederfinden kann? Das ist Freiheit! Das ist Leben!




Lass dich nicht verunsichern dadurch, dass du nicht zu wissen scheinst, welches deine wirklichen Ziele sind!

Konzentrieren dich zu Beginn darauf, dein Ziel für diesen Moment zu erkennen und handle danach! Erlaube dir, dir in diesem Moment gut zu schauen, dafür zu sorgen, dass es dir gut geht und du wirst je länger du das machst, desto deutlicher auch deine grossen Ziele erkennen können.

Ziele können und dürfen sich verändern! Lass das zu und mach dich nicht fertig, weil du denkst, die seist zu wenig motiviert, zu wenig feinfühlig, um deine eigenen Wünsche zu erkennen. Vielleicht hast du sie einfach so tief in dir verstecken müssen, weil dir immer gesagt wurde, das sei unmöglich, das wirst du nie erreichen können, du seist ein/e Träumer/in! Verzeihe dir, dass du so mit deinen Träumen umgegangen bist und erlaube dir, sie langsam wieder hervorzuholen und an sie zu glauben! Du kannst Alles! Alle Möglichkeiten, die du für dich wählst, stehen dir offen! 

Vertraue dir und deinem Leben!





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Fremdgesteuert

Mich fremdgesteuert zu fühlen bedeutet, dass ich meine Gedanken nicht kenne.  Denn in letzter Instanz entscheide immer ich, was ich tatsäch...