Mein Beispiel von heute ist gerade nochmals zu meinem Mutter-sein, die folgende Frage kannst du dir aber in allen Situationen stellen und sie kann dir helfen, wieder zurück zu dir zu finden!
Wenn dir der Dialog zu lang erscheint, kannst du ihn einfach weglassen und direkt bei der fett geschriebenen Frage mit dem Lesen einsteigen.
Ich :“Könntest du bitte den Tisch abräumen und die Küche sauber machen?“
Sohn 1 :“Wieso ich?“
Ich :“Na weil du gerade gegessen hast!?“
Er :“Ja aber er (Sohn 2) hat auch gegessen!“
Ich :“Und wer von euch hat gekocht?“
Er :“Na er!“
Ich :“Also geht doch auf, er kocht für beide, ihr könnte essen und du räumst auf!“
Sohn :“Mmhh!“ (so dieses nicht wirklich stimmhaft jaa… ist aber nicht wirklich als ja gemeint…)
Er räumt seinen Teller in die Maschine, stellt eine Pfanne auf die Küchenablage und geht hoch in sein Zimmer!
Meine einzige vermeintliche Waffe ist WLAN, also zieh ich das Kabel raus!
Sohn 2 kommt runter.
„Warum hast du denn das Kabel rausgezogen?“
Ich :“Weil ihr die Küche sauber machen müsst!“
Er :“Da sagst du nicht mal was und ziehst einfach das Kabel?!“
Ich :“Ja, dein Bruder hat mich jetzt gerade dazu gebracht. Sobald die Küche sauber ist, steck ich es wieder ein!“
Er beginnt die Küche aufzuräumen.
Er :“Und er (Sohn 1) hat ja jetzt trotzdem Internet, er nimmt seinen Computer einfach über sein Handyabo!“ (deshalb oben nur vermeintlich)
Ich :“Hm, da hab ich jetzt nicht mehr dran gedacht!“
Er :“Und wenn die Küche sauber ist, gibst du mir wieder Internet?“
Ich :“Zuerst wird einfach die Küche sauber gemacht!“
Er schaut mich an, lässt den Lappen wo er ist und stampft wütend hoch in sein Zimmer!
Ich :“???“ und stapfe hinterher ins Zimmer von Sohn 1.
Er sitzt schon am Computer mit dem Headset auf den Ohren. Immerhin macht er ein Ohr frei.
Ich :“Ich möchte wirklich, dass du jetzt die Küche aufräumst!“
Er :“Mmhh!“
Ich :“Das geht doch so nicht! Ich hab doch keine Lust, eure Sachen weg zu räumen wenn ich nicht mal mitgegessen habe! Warum hast du denn jetzt echt das Gefühl, dass du das nicht tun musst?!“
Er :“Weil er es tun kann!“
Ich :“Das ist jetzt aber nicht dein Ernst oder?“
Er :“Mmhh!“
Ich :“Kannst du das jetzt nicht einfach machen?! Ich brauche morgen die Küche wieder und möchte dass sie dafür aufgeräumt ist. Ich werde wieder für uns alle kochen! Soll ich einfach nicht mehr für dich kochen?“
Er :“Ist mir doch egal!“
Ich :“Wie wäre es, das jetzt einfach für mich zu tun? Oder einfach für die anderen hier im Haushalt?“
Er :“Die anderen sind die anderen!“
Ich :“???“
Ich werde langsam wütend!
Er schaut weiterhin auf seinen Laptop, hört mir zwar irgendwie zu, ist aber ganz klar nicht daran interessiert, mir zu helfen, mein Problem zu lösen.
Ich stapfe aus seinem Zimmer und knall die Türe zu! Ich bin wütend!
Schau noch schnell bei Sohn 2 in Zimmer und rufe irgendwas wie :“Euch geht es einfach zu gut, verwöhnte Saugofen!“ Sorry, ja, das hab ich gesagt!
Ich realisiere, dass ich mich auf morgen freue, dann hab ich Zeit joggen zu gehen! Dieser Gedanke fühlt sich super an!
Und dann erst hatte ich genug Raum für mich, um mir die Frage zu stellen!
Hier kommt die Frage:
„Was denke ich jetzt gerade über mich?“
Dass ich eine unfähige Mutter bin, deren Kinder ihr auf der Nase herumtanzen und die ihnen nicht beigebracht hat, dass sie ihre eigenen Sachen wegräumen.
Dass ich meinen beiden älteren Söhnen gegenüber machtlos bin!
Will ich so von mir denken?
Nein, das will ich nicht und „eigentlich“ denke ich das auch nicht von mir! Nur jetzt gerade wieder einmal.
Was bringt es mir, wenn ich so von mir denke?
Gar nichts!
Was denke ich, was müsste ich jetzt gerade tun, um es „richtig“ zu machen?
Ich müsste ein Argument finden, um sie dazu zu bringen, die Küche aufzuräumen!
Ich müsste eine Strategie finden, meine Kinder so zu erziehen, dass sie im Haushalt helfen.
Ist das jetzt gerade möglich? Kenne ich ein solches Argument?
Nein!
Mein Kopf sagt mir, was ich soll.
Mein Herz sagt mir, was ich will.
Ich hab keine Lust wegen dem Küchenthema zu streiten!
Was kann ich jetzt gerade tun, um mich besser zu fühlen, um wieder zu wissen, dass ich die beste Mama bin?
Ich bringe meine beiden kleineren Kids ins Bett und lese ihnen je eine Gutnachtgeschichte vor!
Genau das hab ich dann auch gemacht und da war sie wieder, die Supermutter!
Problemverschiebung?
Schön reden?
Nicht konsequent gewesen?
Möglicherweise, aber wieder so bei mir!
Ich habe den beiden Grossen danach noch gesagt, dass das mit dem nicht-helfen im Haushalt für mich so nicht stimmt. Dass für mich aber der Umgang untereinander schlicht wichtiger ist, als da irgendwelche Drohungen aus dem Boden zu stampfen, die ich dann nicht ausführe.
Kontraproduktiv, weil sie mich so ja völlig in der Hand haben und ausnützen können? Möglicherweise, aber so bin ich. Ich kann fast nicht nicht sagen, was ich denke…
Und auch das macht mich zur besten Mama der Welt!
Weil das einfach ich bin! So, wie ich bin!
Der Königsweg in diesem Beispiel wäre wohl, den ganzen Dialog entweder wegzulassen oder mindestens zu kürzen. Beim ersten Gefühl von „Hä, was soll das?“ hätte ich mir die Frage stellen können. Ich wäre zum gleichen Schluss gekommen, wie nach dem nutzlosen Hin und Her.
Versuchs doch mal mit der Frage, wenn du an einem Punkt bist, an dem du dich nicht wohl fühlst!
Z.B. Wenn dich jemand kritisiert! Oder wenn du gefragt wirst, ob du geimpft bist und du merkst, dass dich das verunsichert oder triggert!
Frag dich dann :“Was denke ich jetzt gerade über mich? Was glaube ich von mir? Will ich das von mir glauben? Was habe ich das Gefühl, tun zu müssen?“ Und wenn du noch etwas weiter gehen magst - tu dann das Gegenteil von dem, was du glaubst, tun zu müssen!
Herzlichst katrin
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