Gedankenkarussell
Mein Gedankenkarussell hat mich in den letzten 24 Stunden beinahe dazu gebracht, alles hinzuschmeissen! Meine neue FB-Gruppe, meinen neuen Blog, mein geplantes Coaching…
Der erste Gedanke, der, nach meinem Post zu Eckharts Bild (den habe ich hier im Blog gar nicht gepostet, das ist aber nicht weiter wichtig!), eingestiegen ist, war wohl „Was soll ich zu diesem Spruch von Eckhart Tolle dazuschreiben?“ Und dann kamen schnell weitere dazu:“Der Spruch gefällt mir sehr, Eckhart’s Worte gefallen mir, aber irgendwie stimme ich dem doch nicht ganz zu… Sind Worte nicht viel mehr, als völlig überschätzt? Ist unser Mind, unserer Gedankenwelt, unsere Verstand, nicht doch zu mehr fähig?“
Da hätte ich eigentlich die Tafel „Stop! Voll! Ausgebucht! Keine Plätze mehr frei!“ an mein Karussell hängen können und wahrscheinlich hätte ich dann den Post gar nicht geschrieben.
Der Post von gestern gefällt mir nicht! Für mich ist er nicht stimmig, nicht kohärent, er ist nicht wirklich von mir!
Tja und als nach dem posten gestern immer mehr „Gäste“ dazu gestiegen sind in mein Karussell, war heute dann die Quintessenz :“Also solchen Quatsch muss, nein DARF, ich nicht posten! Der Post hat ja gar keine Aussage! Das ist ja peinlich! Was hab ich denn überhaupt Interessantes zu posten? Was will ich denn überhaupt erreichen mit meinem „Geposte“? Es muss doch einen Mehrwert geben für meine LeserInnen! Wer käme da auf die Idee, bei mir ein Coaching zu buchen?“
Ziemlich destruktiv!
Gestern habe ich mir mega Mühe gegeben, um „richtig“ mit meinem Gefühlsdilemma umzugehen! Ich hab mir zugehört, genau zugehört. Ich habe einen mega schönen, mega langen Spaziergang im Wald gemacht. Ich habe mich hingesetzt und mich konkret um mein Coaching Programm gekümmert. Ich habe meine Tränen geweint. Ich habe mit meinen Kindern gespielt. Ich habe viele neue Ideen gehabt für weitere Posts, ich habe mich fallen lassen und wieder aufgefangen, ich habe unheimlich viel herum studiert, ich habe versucht in meinen Körper zu gehen, vom Denken ins Fühlen!
(Das sind alles wunderbare Tools, um auch mit schwierigen Momenten umzugehen!)
Und heute hatte ich eine für mich neue Idee!
Sie gefällt mir! Sehr sogar!
Und ich bin ziemlich überzeugt von ihr!
Und ich bin auch ziemlich sicher, dass ich nicht die erste mit dieser coolen Idee bin!
Was wäre passiert, wenn ich das Schild „Stop! Voll! Ausgebucht!“ wirklich aufgestellt hätte, vor meinem Karussell?
Wenn ich nur meine ersten drei (oder vielleicht auch ein paar mehr) Gedanken gehört und ernstgenommen hätte, die eingestiegen sind?
Ich hätte mich entweder dazu äussern können im Post, oder ich hätte gemerkt, dass ich lieber ein Thema von mir nehme, um darüber zu schreiben! Oder ich hätte das posten einfach in dem Moment bleiben lassen!
Heute habe ich nochmals eine Situation erlebt - die ist zentral wichtig, für diese ganze Entdeckung von mir. Ich möchte sie aber hier nicht genauer beschreiben!
Im Thema vom Posten und Coachen bin ich so tief drin gerade, dass ich da wohl nicht so „leicht“ rausgekommen wäre. Darum musste wohl noch ein anderes Thema ein weiteres Karussell füllen - bis auf den letzten Platz! - bis ich die Idee hatte, mich um meine ersten paar Gedanken zu kümmern, die eingestiegen waren!
Das absolut geniale und krasse bei diesem weiteren Beispiel ist, dass ich enorm schnell gemerkt habe, dass, nach den ersten paar Gedanken, eigentlich keine weiteren Gedanken dazugekommen sind, die mir etwas gebracht hätten! Sie haben mich im Problem nicht weitergebracht, sondern mich nur total fertig gemacht!
Und dann habe ich realisiert, dass ich gestern, im Vortrag von Eckhart Tolle, den ich mir angehört habe, dass er da genau von diesem Phänomen geredet hat!
Gedanken werden durch irgendetwas ausgelöst. Sofort kommen neue Gedanken dazu. Die Plätze im Karussell füllen sich! Und bevor wir es merken, bilden sich um jeden Gedanken, der schon da ist, wieder neue Gedankensets, wie er es nennt. Oder mit dem Karussell: um jeden besetzten Sessel, beginnen sich plötzlich neue Karusselle zu drehen!
Bei mir war es heute und gestern so, dass die „zu-vielen Gäste“ und die neu gefüllten Karusselle, ziemlich wenig mit mir zu tun hatten und ich habe lange gebraucht, um das zu merken!
Und das habe ich jetzt getan:
Ich ging nochmals zum Anfang zurück, zu dem Moment, den das Karussell in Fahrt gebracht hat! (Ja, Gedanken können in ein sich drehendes Karussell einsteigen!! ;) )
Und habe meine ersten paar Gäste bewusst wahrgenommen! Was erzählen sie da über die Situation? Welche mir bekannten Situationen werden da geweckt? Welche Glaubenssätze werden da in die Runde geworfen?
Und ich habe gemerkt, dass ich meine Gedanken bei genauerem Hinschauen gar nicht glaube! Dass sie nicht das sagen, was in mir ist, was ich fühle, was ich wirklich denke und ich konnte sie aussteigen lassen! Damit sind auch alle weiteren Gedanken, die sich dazugesellt haben, ausgestiegen und ich bin wieder „frei“geworden!
Ich habe mir ein tolle Übung für diese Art, mit Gedanken umzugehen, überlegt! Die werde ich euch bald erklären, so dass auch ihr üben könnt! Weil das ist das, was wir tun können! Üben, unserem inneren "Geschwafel" zuzuhören und im richtigen Moment :"Stop!" zu sagen!
Ich bin begeistert von meiner Idee ;)
Und du?
Herzlichst katrin