Freitag, 6. Oktober 2023

Leiden

Erst, wenn ich mein Leiden als schlimm bewerte, ist es schlimm für mich!

Solange ich die darin enthaltenen Gefühle wahrnehme, erkenne und fühle, können sie mir sagen, was sie mir sagen wollen und ich kann mit ihrer Hilfe meinen Weg wiederfinden. 

Denn meine „schlechten oder unguten“ Gefühle kommen nur, wenn ich nicht mehr auf meinem Weg bin. 

Wenn ich mich selber am verlieren bin. 

Dann schlagen sie Alarm!


Dann kommen sie und wollen mir sagen, dass es an der Zeit ist, wieder zurück zu mir zu kommen. 

Wenn ich diesem „Zustand“ dann Leiden sage und das als schlimm bezeichne, dann baue ich mir damit selber ein Gefängnis. 

Ich leide! 

Ich kann nicht anders! 

Es ist schlimm!


Ja, es kann sich schlimm anfühlen, es kann weh tun, ich kann verzweifelt sein, aber ich bin darin nicht gefangen, solange ich meine Gefühle habe.

Solange ich mir zuhöre!


Was nehme ich denn wahr?

Was denke ich?

Was fühle ich?

Wie verhalte ich mich?

und dann

„Will ich das denn so?“


Seit ich weiss, dass ich so mit meinem Leiden etwas anfangen kann, dass ich im Leiden drin die Antworten für mich finden kann, habe ich keine Angst mehr vor dem Leiden. 

Ich weiss, dass ich darin nicht untergehen, nicht versinken muss!


Traurig sein ist nicht mehr schlimm für mich!

Wütend sein ist nicht mehr schlimm für mich!

Und deshalb muss diese Gefühle auch nicht mehr bekämpfen und unterdrücken. 

Ich muss leiden nicht mehr vermeiden!

Und das ist Freiheit!


Und weil ich das für mich weiss, dass es Wege gibt, durch das Leiden hindurch, durch die Terrorbarrieren, aus der Komfortzone heraus, in ein neues Level, weil ich das weiss, habe ich auch nicht mehr das Gefühl, ich muss meinen Liebsten helfen, damit sie nicht leiden müssen. 

Oder ich müsse gar verhindern, dass sie leiden könnten.

Denn das kann ich sowieso nicht. 


Sie selber wählen, ob sie leiden und was sie mit diesem Leiden machen wollen. 


Weil ich für mich weiss, wie ich damit umgehen kann, kann ich ihnen von meinem Weg erzählen, aber ob sie den auch für sich gehen wollen, wählen sie selber. 

Weil ich für mich weiss, wie ich damit umgehen kann, kann ich dir von meinem Weg erzählen, aber ob du den auch für dich gehen willst, wählst auch du selber.


Es muss nicht zwingend auch euer Weg sein - auch wenn ich bisher keinen anderen kenne, bei dem ich so wenig „leide“!


Herzlichst


Katrin





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